Wussten Sie schon, dass Spiel nicht nur Spaß macht, sondern auch die Bindung stärkt? Und dass nicht alles, was nach Spiel aussieht auch wirklich nur ein Spiel ist? Unsere Experten geben Tipps zum Spielen mit dem Hund.

Was ist Spiel?

Spiel findet immer nur im entspannten Umfeld statt. Beim Spiel findet man übertriebene Bewegungen, und man sieht dem Tier an, dass es überschüssige Energie hat bzw. mit Energie nicht geizen muss. Elemente aus verschiedenen Verhaltenskreisen wie Beutefangverhalten, Sexualverhalten, Kampf oder sozialer Körperpflege etc. werden bunt miteinander gemischt, es fehlt jedoch immer die jeweilige Endhandlung. Das ist auch der biologische Zweck von Spiel: das Trainieren von Verhaltensweisen und Bewegungen, die im Alltag eines Hundes nicht ständig benötigt werden.

Ein ganz wichtiges Kriterium für Spiel ist die Aufhebung sozialer Rollen und ein ständiger Rollentausch: so liegt beim Spiel auch mal der Ranghöhere unten oder wird vom Rangtiefen gejagt. Hier kann man auch gleich mit einer alten Mär aufräumen: Wenn man eine gute und stabile Beziehung zu seinem Hund hat, ist es völlig egal, wer mit dem Spiel beginnt, wer als „Sieger“ herausgeht und wer aufhört. Spiele, bei denen der Hund auch mal gewinnt, oder Hunde, die einen Spielantrag an den Menschen richten, sind keineswegs dominant oder aufsässig.

Was ist KEIN Spiel?

Ballspielen, d.h. Wurf- und Jagdaktivitäten sind alles andere als spielerisch. Sie haben sogar ein ausgesprochenes Suchtpotential, da hier im Gehirn dieselbe Substanz eine wichtige Rolle spielt wie beispielsweise beim menschlichen Alkoholiker: die sogenannte Selbstbelohnungsdroge Dopamin. Reines Ballwerfen also am besten vorsichtig dosieren und lieber variieren mit Apportiertraining und anderen Aktivitäten.

Richtig spielen

Versuchen Sie einmal, ohne Ball oder ähnliche Hilfsmittel auszukommen und mit Ihrem Hund körperbetont zu spielen und zu balgen oder ein Rennspiel zu initiieren. Sie werden sehen, wie viel Spaß das beiden Parteien macht und nebenbei tun Sie, wie eingangs erwähnt, etwas für die Bindung. Denn das beim Spiel gebildete Hormon Oxytocin wird auch als hormoneller Sozialkleber bezeichnet. So haben Sie die Möglichkeit, spielerisch mit Ihrem Hund ein noch besseres Team zu werden.

Hunde, Spiele, Spielregeln

Es gibt Zeiten, da macht der ausgiebige Spaziergang mit dem Vierbeiner mehr Spaß als an einem klassischen Novembertag mit Regen und Sturm. An Tagen mit verkürztem Spaziergang kann man auch zu Hause Spaß mit dem Hund haben und ihn vernünftig auslasten.

Nasenarbeit macht müde

Suchspiele sind gut zur Auslastung geeignet und fast jeder Hund hat Spaß daran. Zum Beispiel können Sie einfach ein paar Leckerlis in der Wohnung verstecken oder Hütchenspiele machen, bei denen der Hund das Leckerchen unter verschiedenen umgedrehten Plastikbechern finden muss. Auch ein Futterbeutel lässt sich hervorragend suchen und apportieren - und während des Versteckens kann man gleich wunderbar das zuverlässige Liegenbleiben üben.

Tricktraining

Perfekt geeignet für trübe Regentage ist auch das Tricktraining. Achtung: weniger ist mehr! Wenn ein Hund zu sehr aufdreht, sollten Sie eine Stufe zurückschrauben, viel Ruhe ins Training bringen und immer nur kurze Einheiten zulassen. Bringen Sie Ihrem Hund doch bei, sich im Haushalt nützlich zu machen: er kann die Wäsche in die Maschine räumen, Socken und Handschuhe ausziehen, oder Ihnen die Schuhbändel öffnen. Auch lustige Tricks wie „Rolle“, „Peng!“ oder ein Slalom durch die Beine wird aus Ihnen ein gutes Team machen und Ihrem Vierbeiner viele Fans bringen.

Hinweise zu den verschiedenen Spielen finden Sie in verschiedenen Büchern und auch kompetente Hundeschulen stehen Ihnen und Ihrem Hund gerne mit Rat und Tat zur Seite.

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